Social Media optimal für die Industrie-Akquise nutzen

Die heutzutage allgegenwärtigen sozialen Medien werden von Wissenschaftlern nach meiner Erfahrung eher selten für die Kooperation mit der Industrie/ für die Auftrags-Forschung genutzt. Mit den auf das Berufsleben ausgerichteten Social Media können Sie die Akquisition von bilateralen Industrie-Projekten geschickt beschleunigen und unterstützen. Sie sollten allerdings etwas Zeit dazu mitbringen - oder zielgerichtet mit der Presse-/ÖA-Stelle Ihres Hauses kooperieren.

 

  • Welche Plattformen sind dabei für Sie als Wissenschaftler besonders vorteilhaft und was ist das wichtigste Kriterium für die Auswahl?
  • Worauf sollten Sie sich bei der Vermarktung von wissenschaftlichen Dienstleistungen konzentrieren?

 

Diese 3 Social Media-Plattformen bieten Ihnen für die Akquisition von Industrie-Projekten Vorteile:

        1. LinkedIn 
        2. Xing 
        3. Google+

Twitter ist im Kontext der Industrieakquisition nur dann nützlich, wenn Sie im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig sind.

 

1. LinkedIn

LinkedIn hat weltweit etwa 500 Millionen Mitglieder und ist damit der internationale Platzhirsch unter den beruflichen Social Media. LinkedIn ist das bei Wissenschaftlern beliebteste Soziale Medium. Für die Auswahl der sozialen Plattform gilt allerdings die Regel: 

 

„Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler!“ Nicht Sie und Ihre wissenschaftlichen Kollegen müssen die Plattform gut finden, sondern Ihre Zielgruppe muss sich dort aufhalten - und das sind, was die Akquisition von Industrie-Projekten anbetrifft, ja gerade keine Wissenschaftler an Universitäten und Hochschulen. Die für wissenschaftliche Dienstleistungen interessanten Zielgruppen sind sehr unterschiedlich auf die einzelnen sozialen Medien verteilt. Meine Erfahrungswerte dazu finden Sie am Ende jeden Kapitels.

 

 

    1. Die Vernetzung bei LinkedIn ist einfach gestaltet. Entweder Sie klicken den „Vernetzen“ Button an oder Sie gehen auf dem Profil auf den kleinen Button mit den drei Punkten und dann auf „Einladung anpassen“ und können sich dort mit einer persönlichen Nachricht vernetzen. Beides funktioniert recht gut. 
    2. „Content is King!“ Dieser Leitspruch aus dem Internet-Marketing gilt für Social Media ganz besonders. Menschen verbringen im beruflichen Kontext Zeit in sozialen Medien, weil sie nützliche Informationen suchen, die sie beruflich weiterbringen. Sammeln Sie daher Kontakte aus Ihrer Zielgruppe und veröffentlichen Sie für diese interessanten Content, der Ihre innovativen Technologien sowie angrenzende Bereiche betrifft. Das müssen nicht nur selbsterstellte Beiträge sein; Sie können auch relevante Artikel aus der Presse teilen. Der LinkedIn-Algorithmus spielt Ihre Beiträge umso häufiger ein, je aktiver Sie selbst sind, indem Sie zum Beispiel andere Beiträge liken oder kommentieren.
    3. Eine sehr interessante und erst seit August 2017 freigeschaltete LinkedIn-Funktion ist die Möglichkeit, Videos zu posten. Sie können ein Video direkt bei LinkedIn aufnehmen oder, besser, mit dem Smartphone ein Video aufnehmen und dieses dann bei LinkedIn veröffentlichen. Die Videos laufen von selbst an und wenn man sie anklickt, hört man den Ton dazu. Videos liegen sehr im Trend und werden i.d.R. doppelt so oft angeklickt, wie Textbeiträge mit vergleichbarem Content. Gerade bei wissenschaftlichen Produkten und Dienstleistungen kann ein Video wesentlich aussagekräftiger sein, als reiner Text. Wenn Sie Ihr Video direkt bei LinkedIn veröffentlichen, blendet der LinkedIn-Algorithmus diesen wesentlich häufiger ein, als wenn Sie Ihr Video bei YouTube veröffentlichen und dann den Link posten. Tipp: Vielleicht verfügt ja Ihre Marketing-Abteilung über interessante Videos, welche Sie mit einem kurzen eigenen Kommentar teilen können?
    4. LinkedIn-Gruppen: Das Auffinden geeigneter Gruppen, in denen sich für Sie interessante Zielgruppen befinden, gestaltet sich bei LinkedIn etwas schwieriger, als bei Xing. Zum einen sind die meisten Gruppen in Englisch gehalten, so dass schon der Suchbegriff etwas anders ausfällt (z.B. „Industrie 4.0“) als im Deutschen. Zum Zweiten sind von den Gruppen-Mitgliedern nur die eigenen Kontakte sichtbar. Man muss also erst Mitglied einer Gruppe werden, um entscheiden zu können, ob die eigene Zielgruppe ausreichend vertreten ist.
    5. LinkedIn-Unternehmensseite: Unternehmen, also auch Universitäten, Hochschulen und Institute können auf LinkedIn eigene Beiträge posten und Anzeigen schalten, um zum Beispiel Veranstaltungen oder neue Technologien zu promoten. Viele wissenschaftliche Einrichtungen nutzen diese Funktion bereits intensiv, wahrscheinlich auch Ihre. Tipp: Liefern Sie den Presse- und Öffentlichkeits-Beauftragten Ihres Instituts/Ihrer Universität interessanten Content, mit der Bitte, diesen auf der LinkedIn-Unternehmensseite zu veröffentlichen.

 

Mein Erfahrungswert zu den Zielgruppen: LinkedIn ist u.a. für Ihre Akquisition von Industrie-Kunden geeignet, wenn es sich bei Ihren Zielpersonen um Biologen und Chemiker handelt.

2.Xing

Xing ist mit 14 Millionen Mitgliedern das größte deutschsprachige soziale Netzwerk. Bei Xing sind andere Funktionen für die Akquisition von Industrie-Projekten interessant, als bei LinkedIn:

 

  1. Das Xing-Profil von neuen Gesprächspartnern aus der Industrie ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich auf den ersten gemeinsamen Termin vorzubereiten. Werdegang und Studienfachrichtung liefern Ihnen erste Anhaltspunkte, wie Ihre Gesprächspartner „ticken“. Zusätzlich zum LinkedIn-Profil finden Sie bei Xing unter „Interessen“ smarte Aufhänger für den Smalltalk und möglicherweise Gemeinsamkeiten mit Ihren Interessen und Hobbys.
  2. XING Events, die Event-Funktion von Xing: Xing-Events bietet Ihnen mit aktuell über 30.000 veröffentlichten Veranstaltungen eine hervorragende Plattform, um zum Beispiel Ihre hauseigenen Tage der offenen Tür, Workshops und Seminare einem größeren Publikum und auch neuen Industriekunden bekannt zu machen. Die Nutzung ist kostenlos und Sie können ein Event von Ihrem Profil aus einstellen. Zu den Veranstaltungen können Sie: 
    • Ihre eigenen Kontakte einladen (das können Ihre Kollegen zusätzlich genauso machen), 
    • In thematisch relevanten Gruppen darüber informieren/Werbung dafür machen, 
    • Kostengünstige Anzeigen schalten,
    • Tipp: Wenn Sie und Ihre Kollegen sich selbst zu Ihrer Veranstaltung anmelden, dann erscheint Ihre Teilnahme als Neuigkeit der Timeline Ihrer Kontakte.
  1. Für kostenpflichtige Veranstaltungen können Sie über den Xing Ticketing Manager sogar Tickets verkaufen, mit einer sehr moderaten Provision von 4 %.
  2. Anzeigen können Sie nicht nur für Events, sondern auch für das eigene Profil schalten. Lassen sich bei dem Preis der Anzeige nicht von den automatisierten Vorschlägen von Xing irritieren. Beginnen Sie ruhig mit einem niedrigen Preis wie 0,50 € oder 1 € pro Klick oder probieren Sie alternativ auch einmal die Funktion „1000 Einblendungen“ aus. Xing-Anzeigen sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis nach meiner Erfahrung wesentlich attraktiver als Anzeigen von Google.
  3. XING-Business-Seite: Ganz wenig bekannt ist die Xing-Business-Seite. Diese ist eine Mischung aus Landing-Page und einer vorformatierten Homepage mit drei Unterseiten und eignet sich hervorragend zur Veröffentlichung einer neuen Technologie. Sie können für die Business-Seite Anzeigen schalten, die Business-Seite empfehlen und News dazu veröffentlichen, sogar mit einem Feed.

 

Mein Erfahrungswert zu den Zielgruppen: Xing ist u.a. für Ihre Akquisition von Industrie-Kunden geeignet, wenn es sich bei Ihren Zielpersonen um Angehörige von IT-Unternehmen handelt.

 


NOCH MEHR KOSTENLOSE AKQUISE-TIPPS?

Es gibt 12 smarte Wege, wie Sie als Wissenschaftler leichter und mit mehr Niveau Kontakte zu neuen Industriepartnern generieren können. 

Erfahren Sie in diesem Webinar, was die wichtigsten Erfolgsfaktoren für den Erstkontakt sind und profitieren Sie von den smarten 12 Wegen, die garantiert zu mehr Industriekontakten und anschließend zu neuen Industrie-Projekten führen. 



3.Google+

Das in Deutschland am wenigsten bekannte berufliche soziale Netzwerk ist Google+. Google+ wurde von vielen Kommentatoren schon als Auslaufmodell bezeichnet; Totgesagte leben bekanntlich länger. Die Plattform hat weltweit etwa 3 Milliarden Mitgliederund ist damit nach Facebook das zweitgrößte Social Media.

 

Google+ besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen: 

Einem privaten Teil, der vor allem aus sehr hochwertigen Fotografien besteht, darunter viele Landschaftsaufnahmen. Es macht wirklich Spaß, diese Bilder anzuschauen und ich wundere mich häufig über deren Qualität. Der zweite, beruflich interessante Aspekt: 

 

Google+ ist ein internationaler, virtueller Treffpunkt für Ingenieure. Diese tauschen sich hier in meist englischsprachigen Gruppen durchaus tiefgründig über fachliche Fragen aus. Und Ingenieure sind eine sehr wichtige Zielgruppe für die meisten wissenschaftlichen Akquisiteure, da sie über die Vergabe von F&E-Aufträgen (mit-)entscheiden. 

 

Die Mitgliederzahlen einiger Google+Gruppen: 

    • „Machine Learning“ über 97.000,
    • "3D Printing" über 447.000, 
    • "Technology" 470.000,
    • "Apple, Android - Complete Tech“ über 2.080.000 (!).

 

Wenn Ihre Zielgruppe also überwiegend aus Ingenieuren besteht, was in den Entwicklungs-Abteilungen Ihrer Kunden ja vorwiegend der Fall sein wird, dann sollten Sie sich Google+ einmal genauer anschauen. Höchstwahrscheinlich werden Sie dort fündig.

 

Mein Erfahrungswert zu den Zielgruppen: Google+ ist u.a. für Ihre Akquisition von Industrie-Kunden geeignet, wenn es sich bei Ihren Zielpersonen überwiegend um Ingenieure handelt.

 

Resümee

Finden Sie zunächst heraus, in welchem sozialen Netzwerk sich ihre Zielgruppe bevorzugt aufhält. Werden Sie dort aktiv und nutzen Sie die Plattform zur Optimierung Ihrer Akquisition von Industrie-Projekten.

 

Noch ein kleiner Praxis-Tipp: Dass Sie Visitenkarten tauschen, wenn Sie einen neuen Industrie-Partner kennen lernen, ist Standard. Machen Sie es sich ab jetzt zur Angewohnheit, zu jedem neuen Industrie-Kontakt, von dem Sie eine Visitenkarte erhalten, auch eine Kontaktanfrage auf Xing oder LinkedIn zu stellen oder zu Ihrem Kreis bei Google+ einzuladen. Sie erweitern damit Ihr berufliches Netzwerk, das Ihnen während Ihrer gesamten beruflichen Karriere von Nutzen sein kann.

 

 

Erleichtern Sie sich die Akquisition. Verpassen Sie ab sofort keine Akquisetipps mehr:

Welche Erfahrungen haben Sie mit den sozialen Medien zur Unterstützung Ihrer Akquisition von Industrie-Projekten gemacht?

 

Welche Funktionen nutzen Sie besonders intensiv/erfolgreich?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0